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Jingles - das Salz in der Radiosuppe

Referat im Seminar von Dr. Michael Wehner
Uni Freiburg im Breisgau
2. Februar 1996

  • Verwendung ausschliesslich und ausdrücklich auf eigene Verantwortung
  • Dieses Dokument hat reinen Nostalgiewert (entstanden im Winter 1996 / unveränderte Fassung)
  • Der Text widergibt in weiten Teilen die persönliche Meinung, Interpretation und Sicht des Autors (damals 24-jährig)
  • PDF-Version (für Ausdruck, inkl. Folien) hier abrufbar

Jingles - das Salz in der Radiosuppe

Vorstellung, bisherige Radiotätigkeiten, ....

und immer besonders gerne Jingles produziert!

Und damit komme ich zum Anfang meines Referates

((Folie Salzstreuer))

Im Laufe der Zeit wurde es mir zu langweilig, immer nur Berichte zu schneiden und Musik zwischen den Wortmeldungen zu spielen, und ich begann im Studio zwei meines Haussenders Signete zu produzieren. Klar hat man seine Vorbilder: die Tüfteleien meiner Radiolehrmeister hatten es mir angetan, und ich begann diese Ideen weiterzuentwicklen. Mit der Zeit kam auch ein dicker Radiofreund dazu, der unterdessen beim Nationalen Rundfunk arbeitet, während unsereiner an der Uni versauert... und gemeinsm stachelten wir uns zu gegenseitigen Höchstleistungen an, wenn wir nicht gerade zu zweit im Studio unser Unwesen treiben - kurzum, es entwickelte sich eine regelrechte Jingle-Kultur. Begonnen hat alles im Spätsommer 1989 - und zwar hiermit:

(( Jingle Hipa 1989 ))

So tönte man noch in jungen Jahren mit 17.... an diesem Beispiel können wir schon einiges entdecken, womit man einen Jingle zusammenbauen könnte, aber zunächst doch eine kleine Übersicht, worüber heute die Rede sein soll:

(( Folie Inhaltsübersicht ))

(( Text anhand Folie ))

Obschon heute primär von sogenannt hausgemachten Jingles die Rede sein soll, dürfen wir die zweite Komponente nicht ausser acht lassen - die meisten RadiokonsumentInnen verstehen unter einem Jingle ein Kurzsignet, das ins Programm eingestreut wird, als Trenner oder Sendungsbeginn. Wenn auf SWF3 jemand sagt, "da sollte eigentlich ein Jingle kommen", ist meistens diese Form damit gemeint. Abgesehen davon entlarvt sich der- oder diejenige, der/die das sagt, ohnehin als nicht allzu geübte Radioperson, zumal die meisten Zuhörenden gar nicht wissen, was unter dem Radiofachbegriff "Jingle" zu verstehen ist und zunächst stutzen - und das will man ja normalerweise eben vermeiden.

(( Folie Definition ))

Damit also zur Definition unseres Begriffes "Jingle". Wie gesagt - eine abschliessende Definition ist nicht möglich, zumal der Begriff für viele verschiedene Dinge verwendet wird.

a) Cart. In der Schweiz nennt man oft den Tonträger, auf dem ein Signet aufgenommen ist, Jingle anstatt Cartridge, Cart. Gemeint ist also der physische Gegenstand ((herumgeben))

b) Sendesignet, Anfangsjingle

c) Toncollage

Das ist alles auf meinem eigenen Mist gewachsen, zumal es auf dieser Welt noch keine Jingleologische Wissenschaft gibt. Daher sind diese Sätze auch nicht im typischen, alleseinschliessenden und doch langweiligen definitionsstiil gehalten. Allerdings findet man natürlich in den Radiobibeln ((zeigen)) einiges zum Thema, hauptsächlich zu Fall b) der Definition, aber auch zu ein kleines bisschen was zu c). Und da kommt schon fast ein wenig Nostalgie auf...

(( Vorelsen Egner LaRoche p.197 ))

Allerdings ist es mir als Praktiker fast ein wenig zuwider, ein Lebensgefühl definieren zu müssen, und damit schleunigst wieder zum klingenden Teil dieses Referates: ich habe bei Radio Raurach bzw. Edelweiss mehrere Phasen erlebt - unter vier Chefredaktoren gearbeitet, verschiedenste Stimmungen und Phasen erlebt. Und den eigentlichen Übergang von der Lokalradio-Steinzeit zur Konsolidierung dieser Rundfunkform in der Schweiz. Als ich begann, waren die Privaten Kommerzradios gerade erst drei Jahre alt - und heute sind sie kaum mehr wegzudenken. Bevor ich mich nun in medienpolitische Entscheide verzettle, die mich im Rahmen meines Studiums sehr beschäftigen und Stoff für einen 800seitigen Roman abgeben würden - wie auch die Geschichte von Radio Raurach übrigens! - nun zurück zu den Jingles. Hier die Raurach'sche Jinglemetamorphose - verschiedene Konzepte, verschiedene Jingles, verschiedene Radiostile. Allein die vielen Übergänge dokumentieren das Auf und ab dies Baselländer Lokalsenders...

(( Jingles einspielen ))

Zum Anfang dieser Seite

Nun noch einige Signete anderer Stationen, wenn wir gerade so schöne dabei sind...

(( Jingles ))

Diverses zu Sendesigneten, Paketen etc. aus Fachliteratur

Und nun also zu den Toncollagen... To jingle heisst ja auf deutsch wörtlich klimpern, klingeln, oder klirren. Ziel: Aufmerksamkeit wecken, anders sein, Lacher provozieren, motivieren... je nach Zweck des Jingles. Einen Jingle als Aufforderung, einen Betrag einzuzahlen wird man anders, seriöser aufmachen als einen Hinweis auf eine Pop-Sendung. Und: nicht zu vergessen, wenn man so vernarrt in die Sacge ist wie unsereiner... Jinglemachen kann oft zum reinen Selbstzweck verkommen - und man produziert dann eher, um sich intern im Sender gegenseitug zu übertrumpfen, was den HörerInnen eventuell auf die Nerven geheh kann, wenn da allzu schräge Dinge über den Aether gehen. Je nach Sender ist das auch verschieden - bei den gängigen Kommerzradios sind diese schönen Zeiten leider vorbei, wo man sich noch einiges erlauben konnte in dieser Hinsicht.

Sucht man in der Fachliteratur nach Anleitungen, einen Jingle zu bauen, findet man bei LaRoche/Buchholz einige Sachen. Korrekt ausgedrückt sind ja Jingles, die auf eine Sendung oder einen Anlass hinweisen, Trailers.

(( Vorlesen 206 oben ))

Dann kommt ein Besipiel für ein Dehbuch eines SWF3-Jingles. Trailer sei mit "Schlepper" gar nicht so schlecht übersetzt; das Signet habe ja die Aufaghbe, Zuhörer, Mitmacher und Betroffene heranzuschleppen. Ebenfalls gebraucht wird der Ausdruck Comic - gar nicht so danebengegriffen. Zusammengefasst:

(( Vorlesen 207 unten ))

Intern gelten natürlich ebenfalls noch Vorschriften; im Sendehandbuch von radio raurach anno 1989 stand beispielsweise, dass ein selbstgebauter Jingle maximal 60 Sekunden lang sein dürfe, weil er die Leute sonst nerve. Zudem müsse er einem Mitglied der geschäftsleitung vorgespielt werden, bevor er auf den Sender dürfe - so wollte man wohl eben allzu schräges verhindern. Zudem heisst es: solche Hinweise sind kurz und prägnant zu formulieren. Das ist alles - sehr offen gefasst trotz allem - es steht beispielsweise nicht, dass man das Wichtigste wiederholen sollte am Ende, als Zusammenfassung, oder woraus ein Jingle bestehen könnte.

Daher nun wieder sachen aus meiner eigenen Jingleküche:

Ideen:

Clustern..

Musikfachwissen

Lernen kann mans nicht

Kurse einzig bei LoRa oder intern bei grossen Anstalten. Learn by do

Musikstücke thematisch zu Jingle?

Drehbuch: Länge, Dramaturgie, Effekte, wichtiges Wiederholen (Zsf am Ende)

(( Drehbuch herumgeben))

 

Produktion

Wie erreicht man Verfremdungen? Geschwindigkeiten, Hall, Wiederholungen mit Band normal möglich!

Sampler, Soundmodul, Seuqenzer

Länge des Jingles

Beschriftug (siehe herumgegebener Cart)

Flüstern, Rufen, Strassenumfrage

Archiv: Sounds, FX-Platten, Geräuschplatten, Bruton Music

Ausblick

Wenn man nun einen Blick in die Jinglezukunft werfen will, dann muss ich als Fanatiker sicher ein Plädoyer für mehr Phantasie und weniger Einheitsbrei halten. Die Radiolandscahft wird - so habe ich das Gefühl - immer steriler, und nur noch auf Alternativsendern hört man hantasievolle, gewagte und freche Produktionen. Alle Kommerzradios versterilisieren sich selbst und meinen, sie seien "schaurig cool" dadurch. Also: was wir hier noch hören werden, kann man als Jugendsünden spätpubertierender Radiofreaks abtun - aber eben, genau dieses hausgemachte, spontane, fehlt immer mehr in den modernen Radioprogrammen. Alle Jingles kommen aus Profistudios und tönen nach amerikanischem Vorbild einfach glatt, aber nicht mehr - siehe Radio Regenbogen. Also eine Art konservative Revolution - auch bei den Jingles.

Selbst SWF3, wo die Sendesignete übrigens seit 21 Jahren dieselben sind, kommen nun neue Station-IDs dazu, in moderner Machart - wobei die gar nicht soo schlecht sind.

Da gibts auch noch das andere extrem - Leute, die gar keine Jingles mehr wollen... und genug haben vom sogenannten Geplärre

(( Folie auflegen ))

Diese Leute werden wohl früher oder später aussterben - aber ich kann mich bezüglich meiner Jingle-Philosophie nur wiederholen: mehr Phantasie, weniger Einheitsbrei... damit Jingles das bleiben, was sie sein sollten: das Salz in der Radiosuppe.

(( Folie mit Bausteinen wieder auflegen ))

Mit Hilfe dieser Folie nun also zum Zückerchen - es folgen nun mehrere Beispiele von Jingles aus 6 Jahren, in denen alle hier beschriebenen Elemente gebraucht wurden - mit Ausnahme des Samplers, den konnte sich Radio Edelweiss bisher nicht leisten. Im Unispital steht einer... Probelm ist nur, dass er zu Spielereien reizt (200 versch. Hall-und Echo-Arten) - und man die ZuhörerInnen nervt.....

ALSO: Jingles von meinem Kollegen Jean-Luc und mir oder uns beiden.. los geht’s

Ende / Diskussion


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