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Pressecommuniqué zum Sendestart von
Radio RaBe 91.1 Mhz

  • Verwendung ausschliesslich und ausdrücklich auf eigene Verantwortung
  • Dieses Dokument hat reinen Nostalgiewert und gilt heute nicht mehr (Entstanden im Frühling 1996 / unveränderte Fassung)
  • PDF-Version (für Ausdruck) hier abrufbar

Ab 1. März auf 91.1 Mhz - Radio RaBe beginnt zu senden

Radio RaBe hebt ab. Am 1. März um 17.00 Uhr nimmt das neue Berner Lokalradio den definitiven Sendebetrieb auf. «RaBe im Weltall» heisst sinngemäss die erste Sendung auf der Frequenz von 91.1 Mhz. Am Samstag steigt in der Dampfzentrale die grosse Geburtstagsparty.

aj. Wenn am Freitag dieser Woche die ersten RaBentöne über 91.1 Mhz krächzen, bricht in der Berner Lokalradiogeschichte eine neue Aera an. Lange hat der Versuch gedauert, in Bern ein nichtkommerzielles Lokalradio zu betreiben - jetzt ist es soweit! Am 1. März um fünf Uhr nachmittags startet der neue Lokalsender mit dem Namen des schlauen, schrägen schwarzen Vogels. RaBe ist werbefrei und wird weitgehendst von Amateuren gemacht. Täglich vierundzwanzig Stunden wird ein Programm zu hören sein, das sich deutlich von den zwei bisherigen Lokalradiostationen unterscheiden wird: Mehr Wort, mehr Kultur, mehr Politik - und Musik, die nicht nur als Hintergrundteppich dient. Finanziert wird das Gemeinschaftsradio RaBe hauptsächlich durch Mitglieder des Vereins Radio Bern.

Lokalradio ist mehr als Musik zwischen zwei Werbeblöcken

Hinter dem Konzept von Radio RaBe steht der Wunsch, Leuten eine Stimme zu geben, die in andern Medien nur behandelt oder abgehandelt werden, Themen zu bringen, die in andern Medien nie, selten oder immer weniger vorkommen und sich mit anwaltschaftlichem Journalismus in die Politik einzumischen. RaBe möchte im Medium Lokalradio gesellschaftspolitische Diskussionen führen, viel Platz für Kultur einräumen, andere Radioformen ausprobieren und selbstverständlich auch gute Unterhaltung bieten.

Vielfalt als Motto

Radio RaBe ist so vielfältig wie die Macherinnen und Macher. Junge und alte Menschen, Hobby-DJs, ausländische Gruppen, Studentinnen und Lehrlinge, Radio-Freaks und Politaktivisten sind im Hintergrund oder als SendemacherInnen dabei. Dementsprechend sieht auch das Programm aus: Neben Literatursendungen oder «unerhört-ungehörten» Toncollagen, lockeren Vorabendmagazinen und Musikspecials sind Politsendungen linksalternativer Gruppierungen ebenso zu finden wie die Ländlersendung «Land uf, Land ab», Wortsendungen in Kurdisch, Tamil oder Portugiesisch und lange Musikblöcke während des Tages oder in der Nacht.

Gegen die Berieselung: RaBe das Einschaltradio

Ein monatlich in der RaBe-Zeitung StattRadio publiziertes Programm und Hinweise in der Tagespresse sollen die Übersicht in das aus über siebzig verschiedenen Einzelsendungen pro Monat zusammengestellte Programm ermöglichen. Das Programm-Konzept sieht vor, regelmässig wiederkehrende und thematisch verwandte Sendungen immer am gleichen Wochentag zur gleichen Zeit zu programmieren. Damit soll es den Hörerinnen und Hörern erleichtert werden, sich gezielt in einzelne Sendungen einzuschalten.

Der 1. März ist erst der Anfang

In der kurzen Zeit zwischen Konzessionserteilung und Sendestart konnte noch nicht alles so umgesetzt werden, wie es sich die Initiantinnen und Initianten vorgestellt hatten. Die Programmgruppe wird versuchen, das Programm noch stärker zu strukturieren und übersichtlicher zu machen. Neue Sendungen werden dazukommen, die Ausbildung der Radioschaffenden muss weitergehen. Ebenso wichtig wird sein, das Radio auf eine solide finanzielle Basis zu stellen. Das heisst, es müssen noch viele Mitglieder gewonnen werden, die das Projekt eines nichtkommerziellen, engagierten Lokalradios mit ihrem Jahresbeitrag unterstützen. - Doch wir sind zuversichtlich, dass es klappen wird und freuen uns jetzt schon auf den Start vom Freitag und das Fest vom Samstag, wenn es heisst: Radio Bern, live auf 91.1 Mhz.

Ein Rückblick über 14 Jahre RaBe-Geschichte: Der lange Weg zum Sendestart

Die Idee eines nichtkommerziellen Radiosenders für Bern und Umgebung ist schon über vierzehn Jahre alt. Der erste Anlauf, eine Bewilligung zu erhalten, wurde bereits 1982 unternommen. Als der Bundesrat im Rahmen des «Rundfunkversuchs für lokale Radios» in der ganzen Schweiz rund 40 Frequenzen zur Nutzung durch private BetreiberInnen ausschrieb, bewarben sich in Bern neben «Förderband» und dem Radio «ExtraBern» auch der Verein «Alternatives Lokalradio Bern» mit einem als Komplementär-Programm konzipierten Projekt um eine Sendekonzession.

Erfolgreich waren bekanntlich nur die beiden werbefinanzierten Radiostationen. Das «Alternative Lokalradio Bern» erhielt keine Konzession, obwohl sich im Vernehmlassungsverfahren die wichtigsten Stimmen (Kanton, Stadt Bern) für eine Konzessionserteilung ausgesprochen hatten (was übrigens auch 1995 der Fall war). Es blieb die Vermutung, dass dem damaligen Bundesrat ein nicht kommerzorientiertes Radio in der Bundesstadt schlicht suspekt erschienen war und man der alternativen Medienszene mit der Konzessionierung des Zürcher Alternativsenders LoRa genügend entgegengekommen sei.

Zehn Jahre später, im Hinblick auf die definitive Rundfunkverordnung und Neuaufteilung der UKW-Frequenzen, fanden sich in Bern erneut Leute zusammen, welche ein nicht kommerzorientiertes Berner Lokalradio aufbauen wollten. Im Juni 1993 wurde dazu der Verein Radio Bern (RaBe) gegründet und die Vorbereitungen für ein Konzessionsgesuch eines sogenannten Gemeinschaftsradios rasch an die Hand genommen.

Im Frühjahr des folgenden Jahres war RaBe anlässlich eines zehntägigen Kurzversuchs erstmals zu hören. Die erfolgreiche Testphase weckte Lust auf mehr. Verschiedene Arbeitsgruppen arbeiteten fortan weiter am RaBe-Projekt, das sich immer mehr konkretisierte. Anfangs Januar 1995 schliesslich wurde die Aktiengesellschaft für ein Gemeinschaftsradio in Bern (AGRABE) gegründet, welche als Konzessionsträgerin die für den Radiobetrieb technische und logistische Infrastruktur zur Verfügung stellt.

Termingerecht wurde im Februar 1995 das von der Vollversammlung des Vereins einstimmig verabschiedete Konzessionsgesuch beim Bundesamt für Kommunikation eingereicht. Das Bakom führte daraufhin bei betroffenen und interessierten Kreisen eine Vernehmlassung durch. Obwohl dem Projekt von Seite des Bakoms nie nennenswerte Schwierigkeiten entstanden, erteilte der Bundesrat erst mit grosser Verspätung auf den vorgesehenen Zeitplan, nämlich im September des letzten Jahres, der AGRABE die definitive Sendekonzession für ein werbefreies Lokalradio im Raume Bern.

Innerhalb von kurzen fünf Monaten ist es der RaBe-Kerngruppe gelungen, ein Studio aufzubauen, die Infrastruktur einzurichten, SendungsmacherInnen zu suchen und «anzulernen», das Programm zusammenzustellen und vieles andere mehr.

Beilagen:

  • StattRadio Nummer 5
  • März-Programm
  • neuer Werbeprospekt
  • neuer Kleber
  • Redaktionsstatut
  • Organigramm RaBe
  • (Kontakt)Adressen RaBe


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