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Moderationskurs Radio RaBe
21./24. Oktober 1996
Kursdokumentation

  • Verwendung ausschliesslich und ausdrücklich auf eigene Verantwortung
  • Dieses Dokument hat reinen Nostalgiewert (entstanden im Herbst 1996 / unveränderte Fassung)
  • Der Text widergibt in weiten Teilen die persönliche Meinung, Interpretation und Sicht des Autors (damals 24-jährig)
  • PDF-Version (für Ausdruck) hier abrufbar

Intro.

Tiefe Löhne, schwache Weiterbildung, unbefriedigende Informationspolitik. Das Los vieler zumeist junger freier ModeratorInnen hierzulande. Dennoch bleibt Radiomachen halt immer noch das schönste Gefühl der Welt. Auch wenn man sich oft "in die Pfanne gehauen" fühlen mag - das Kribbeln im Bauch sollte dabei nicht verloren gehen. Routine ist einerseits Tod jeder Sendung. Andererseits gibt einem Routine Sicherheit - nur darf jener Alltagstrott, der viele Radiomenschen mit der Zeit packt, nie am Sender hörbar sein.

Falls doch, machen wir am besten gleich das, was Radiodirektor Andreas Blum über 90% der hiesigen Lokalradios rät: dicht. Unsere Antwort an Herrn Blum: wir können's besser, Chef! Und das ist gar nicht so schwer.

Was hier folgt, sind übrigens lauter Idealfälle, die in reiner Form in der Radionatur eigentlich gar nicht vorkommen. Die Menge des Perfektionismus in eines/einer jeden Radiosuppe richtet sich natürlich nach eigenem Geschmack bzw. Selbstvertrauen. Ziel ist und bleibt aber, dem Titelmotto gerecht zu werden: "Radio ist Kino im Kopf." (Ein Lieblingszitat von François Mürner) Und wir alleine sind dafür verantwortlich, welches Film-Genre in den Köpfen unserer HörerInnen abläuft.

Eine persönliche Bemerkung zum Start: ich bin im Kommerzradio gross geworden - das schimmert manchmal durch. Es ist klar, dass manche Tips je nach Art eines Radios verschieden aufzufassen sind.

Zu Beginn hat es einige Seiten zum Thema "Beiträge machen". Ich bin sicher, dass einige von Euch regelmässig in die Situation kommen, nicht nur zu moderieren, sondern auch Interviews zu machen. Auch hier hat es einige Tips zum Recherchieren und Produzieren.

Beiträge

Quellen und Grundsätze

Quellen für Infos und Inspirationen gibt es zuhauf: Tageszeitung, Teletext, auf Strasse Aufgeschnapptes, Fax-Mitteilungen, Communiques von diversen Organisationen, Internet, Datenbanken, Bibliotheken, Geistesblitze, aktuelle Politik, HörerInnen-Tips, KollegInnen, Zeitgeist usndsoweiterundsofort. Die Kunst besteht darin, den richtigen Reicher für ein Thema zu haben, vorhandene Infos mit eigener Phantasie zu mixen und neue Beitrags-Ideen daraus zu machen! Teamwork ist dabei sehr hilfreich: zwei und mehr Hirne sind bringen mehr Ideen als eines.

Falls ein Beitrag her muss und gar nichts läuft (beliebtes Zitat von Lokalradiochefs: "Man kann aus allem was machen!" - Stimmt nur nicht immer), Zusammenarbeit mit anderen Radios in der Schweiz aktivieren und Beiträge tauschen!

Das Interview

Beiträge müssen leben, damit die verwöhnten Ohren am Sender kleben bleiben. Auch bei Alternativradios ist die Toleranzquote tief - mühsames Gelaber wird mit Umschalten bestraft. Daher sollen Beiträge möglichst kreativ wirken: O-Töne von Betroffenen sind beinahe ein "must". Nur selten sind "One-Person-Reports" so brillant formuliert, dass sie alleine wirken.

Dem Beginn der Recherche (Infos suchen, siehe oben) folgt daher meistens der Griff zum Mikrofon oder Telefon, wobei Live-Statements nach wie vor besser wirken als solche, die per Telefon eingeholt wurden (geht aber viel schneller!). Vielleicht hat der/die InterviewpartnerIn ja sogar Zeit, rasch ins Studio zu kommen, was für uns einen massiven Zeitgewinn bedeutet.

Nachteilig kann sein, dass der/die InterviewpartnerIn unverständlich oder langatmig ist. Daher das Gespräch unbedingt gut vorbereiten! Vorgängig sollte man mit dem/der PartnerIn das Thema abchecken und seine/ihre Funktion notieren bzw. auf Band sprechen. Im Gespräch ist keine versteckte Werbung erlaubt (Gesetz). Tips fürs Gespräch: Mehr wissen, als man vorgibt (immer noch etwas im Rucksack behalten...). Gut zuhören, auf Antworten reagieren. Wenn Fragen nicht beantwortet werden, nachhhaken. Nicht zuviel in eine Frage packen. Antwort nicht schon vorwegnehmen in der Frage. Keine oder möglichst wenig Fragen, die sich mit Ja/Nein beantworten lassen. Atmosphäre und "gute Basis" fürs Gespräch schaffen: auch mal was Persönliches fragen, wenn's reinpasst. Gespräch entwickeln, nicht bloss Frage-Antwort-Spiel. Inti-PartnerIn frech, aber fair behandeln, nicht zu sehr nerven, höflich bleiben - sonst war's nämlich das letzte Interview... dennoch: wir sind Journis und keine Eunuchen - kritisch bleiben, Leute nicht mit Samthandschuhen anfassen, nicht vor ihnen auf die Knie fallen. Klar müssen wir dankbar sein, wenn ein hohes Tier mit uns redet, aber "Leute von der Strasse" haben oft noch mehr zu sagen - daher werden alle gleich behandelt. Bei Live-Interviews Antworten nicht wiederholen (also nicht: "Und uf welem Stock wohnsch dänn?" - "Im Zweite." - "Aha, im Zweite. Und was machsch so?" - "Spiele, Färnsehluege und Radio lose." - "Färnsehluege und Radio lose, soso.... und süscht?" - ...).

Tips für Beitragsstrukturierung und Fragen: Wo ereignete sich etwas? Was ereignete sich? Um was geht es? Wer ist involviert? Warum geschah etwas? Welche Interessenkonflikte und -gegensätze gibt es? Welche Auswirkungen? Wie geht es weiter (Pläne, Absichten)? - Immer im Hinterkopf: wen könnte man noch befragen? Ist eine Gegenposition notwendig?

Aber auch die Technik im Griff behalten: nimmt das Gerät auf (testen)? Ist die Aussteuerung OK? Hat es genügend Band? Halten sich die Hintergrundgeräusche im Rahmen? Ist die Batterie geladen? Brauche ich Verlängerungskabel (Pressekonferenz!) oder Adapterstecker? Dolby nötig (lieber OFF)?

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Was mache ich draus?

Wichtig bei Arbeit mit verschiedenen Aussagen: eigene Meinung und Kommentare kennzeichnen (Gesetz!) - Aussagen nicht verdrehen. O-Töne richtig einsetzen, wenn genug Zeit vorhanden: möglichst nicht einfach Interviews ungeschnitten bringen, ausser wenn es wirklich gute Gespräche sind, sondern die zentralen Statements rausschneiden (auf anderes Band/MD kopieren) und nachträglich in einen Text von sich selbst einbauen. (Ablaufbeispiel: Moderatorin: "Welcher Trick da gemeint ist, konnten wir zunächst nicht detailliert erfahren." O-Ton: "Wir können bezüglich unseren Methoden nur vage Angaben machen, aber sie sind schon sehr ausgefeilt." ModeratorIn: "Weitere Recherchen von uns ergaben jedoch am Ende, dass X illegale Geschäfte mit Y treibt..." - in diesem Beispiel hat der/die ModeratorIn ein Interview mit X aufgezeichnet, dass 9 Minuten lang war und viel 'Guggus' enthielt; er/sie hat in der Folge die Kernsätze herausgeschnitten, ein Manuskript mit einem neuen Text und den einzuschiebenden O-Ton-Zitaten geschrieben und dann seinen/ihren Text mit den Zitaten zusammen auf ein neues Band geschnitten - der Beitrag ging 4 Minuten und enthielt dennoch alle wichtigen Informationen zum Thema.

Beiträge: sollen so lang sein, wie's was Interessantes zu sagen gibt. Bei Alternativradios gibt es keine kommerzmässige 2-Minuten-Grenze... aber wenn halt ein Thema nicht mehr hergibt, lieber eine gute Platte als einen schlechten, langfädigen Beitrag bringen. Beiträge durch Musikstücke trennen, lieber nicht allzu wortlastig (d.h. NUR reden). Möglichkeit nutzen, ein Thema statt in 1x 7 Minuten lieber in 2x3,5 Minuten (Platte dazwischen) zu bearbeiten (dabei 2. Teil natürlich neu, wenn auch kürzer, ansagen).

Beitragsarten und Darstellungsformen:

a) tatsachenbetonte

  • Nachricht: knapp und prägnant formuliert, sachlich und unpersönlich. Was, Wer, Wann Wo. Das Wichtigste zuerst. Wir alle kennen die stündlichen DRS-Nachrichten!
  • Bericht: Darlegung von Erlebtem, Geschehenem oder Gehörtem. Meist ohne persönliche Wertung. Da wir aber immer von einer persönlichen Denkweise geleitet werden, kann der Bericht durchaus subjektiv angehaucht sein, was jeweils sogar unterhaltsamer ist.
  • Interview: Reine oder leicht gekürzte Übernahme des Originalgesprächs.
  • Gestalteter (gebauter) Beitrag: Mischung aus O-Tönen und eigenem Text, siehe auch oben. Mögliche Unterform: Reportage.
  • Statement: Einzelne Aussage einer betroffenen Person, welche z.B. in eine Nachricht eingestreut werden kann, um diese attraktiver zu gestalten (häufig in Lokalradionews gemacht). Keine "Darstellungsform", eher Gestaltungselement.
  • KorrespondentInnenbericht: "Unsere Frau vor Ort: XY" - Ein(e) MitarbeiterIn des Senders berichtet von einem Schauplatz und sagt sich meist gleich selbst ab: "Für Radio ABC live aus Bern, Anette Müller."
  • Feature: aufwendigste, aber dankbarste Form (wenn man viel Zeit hat)! Der Übergang zur Kunst ist fliessend. Da kann man basteln! Publikumswirksame Darstellung eines Ereignisses mit allen möglichen radiogenen Formen. Möglichst mit Atmo (Hintergrundgeräusche, Gefühl des Schauplatzes rüberbringen, eine Geschichte erzählen) oder sogar Archivaufnahmen und Musikausschnitten.

b) meinungsbetonte (Beispiele)

  • Kommentar: Meinung und Fakten müssen immer klar getrennt sein. Daher kann man bei einem brisanten Thema, von dem man findet "das ist nun wirklich das letzte", nach einer "objektiven" Reportage auch noch mittels Kommentar seinem Ärger Luft machen. Nicht alles ist kommentarwürdig - gut formulierte Kommentare sind aber durchaus Salz in der Suppe. Bei Radios sehr selten vorkommend. Setzt Top-Kenntnisse eines Themas voraus. Der Kommentar interpretiert und bewertet.
  • Glosse: Schwierige Darstellungsform! Spitze Argumentation, mit Ironie, Wortspielen und feinem Witz, provoziert Lacher, endet mit einer Pointe. Darf und soll (z.B. den Zeitgeist) kritisieren.

 

Zum Schluss noch dies: Objektivität gibt es nicht - JournalistInnen dürfen aber nie reine Parolenverbreiter sein, sonst wirken sie unglaubwürdig. Kritisch sein gegenüber allem und jedem ist aber Pflicht.

 

Abschluss des Beitrages

Nach der Produktion eines Bandbeitrages diesen genau anschreiben (Thema, exakte Länge, Geschwindigkeit, letzte Worte auf dem Band) und mit einem Lead versehen. Das heisst: einen Ansagetext verfassen, welchen der/die ModeratorIn unmittelbar vor dem Beitrag liest (Einleitung zum Thema in 3-5 Sätzen). Am besten bei Band-Interviews die von der Redaktion gestellte Frage rausschneiden und in den Lead verpacken (..."unsere erste Frage: wieso hat XY das gemacht?") - und auf dem danach gestarteten Band folgt gleich der O-Ton. Beiträge am Schluss absagen (z.B. "Unsere Interviewpartnerin war XY.") oder Hinweis an ModeratorIn geben, dass er/sie das am Ende live sagen soll. Gilt genauso für Telefon-Interviews, welche die Redaktion für die Moderation schreibt. Band danach in sogenanntes "Hemmli" legen (gefaltetes A4-Blatt, auf dem alle obigen Angaben zum Beitrag stehen) und dem/der bereitlegen, der/die das Band abspielt.

Verantwortung

Immer aber müssen sich alle, die Radio machen, bewusst sein: die Menschen, die uns hören, vertrauen uns als Medium. Deshalb tragen wir eine grosse Verantwortung als (angehende oder ausgebildete) Journalistinnen und. Kein Medium darf als Tummelplatz für Leute dienen, die ihr Handwerk noch nicht beherrschen. Üben muss immer dann geschehen, wenn die Verbindung zum Sender unterbrochen ist, oder im Vorproduktionsstudio.

Kein Mensch kann einem jungen Radio böse sein, wenn sich jemand verspricht oder den falschen Musiktitel zur falschen Zeit spielt. - Hingegen können wir uns unter Umständen (wenn uns jemand sehr böse will) sogar strafbar machen, wenn wir die Regeln der journalistischen Kunst verletzen. Ein Minimum an Fachwissen für alle, die am Sender erscheinen, ist deshalb unerlässlich. Fachliteratur gibt's zuhauf. Speziell auf uns zugeschnitten sind einige Werke am Schluss dieser Dokumentation - mindestens eines davon gehört ins Regal von allen, die diesen Text lesen, sie sind schliesslich Evergreens, die man ein ganzes (Radio-) Leben lang verwenden kann.

Für Juristenfreaks: Medienspezifische Abschnitte finden sich unter anderem im UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, besonders eklig für uns), im StGB (Strafgesetzbuch, z.B. Ehrverletzung) und im ZGB (Zivilgesetzbuch, z.B. Gegendarstellungsrecht). Das Buch von Alois Riklin fasst diese Bestimmungen treffend zusammen (siehe später). Und nun geht's endlich live auf Sendung...

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ON THE AIR !

Was sagen?

Ein ehemaliger Moderator des Baselbieter Lokalsenders "Edelweiss" (früher Raurach) sagte einmal: "Es gibt Leute, die können eine Zeitansage machen und es tönt gut." - Stimmt, nur gibt's in der Schweiz nicht eben viele von dieser Spezies. Aber wenn schon Zeitansage, dann sicher nicht so: (Fade) "Sie lose Radio ABC, es isch viertel vor elfi." (Musik)

Aber wie sag' ich's denn meinen HörerInnen? Einige mögen's frei gesprochen, andere verlassen sich lieber aufs Manuskript. Gute Radioleute mit einiger Erfahrung können beides: einen kunstvoll auf Radiodeutsch vorformulierten Text so sprechen, dass er nicht abgelesen tönt - aber eben auch die Sportresultate in letzter Minute ab Teletext ohne Stottern mit den notwendigen Zusätzen lesen. Idealfall: bei geringer Hektik lieber zuviel als zu wenig aufschreiben, seien es auch nur Stichworte. Die Gefahr, dass etwas schiefgeht oder unmotivierte Wortballaste über den Sender gehen, vermindert sich gehörig.

Auch zwei vielzitierte Sätze: Persönlich sein, nicht die Masse ansprechen! Und beim Mundart Sprechen nie vergessen, dass hochdeutsche Wörter nicht ohne weiteres eins zu eins übernommen werden können. Germanismen sind möglichst zu vermeiden ('Niederschlag' z.B. sagt kein Mensch).

Zwischendurch doch noch ein kurzes Wort zum Was. Man soll sich ja nie auf das Echo einer Einzelperson verlassen. Trotzdem ist dieser Satz eines befreundeten "Durchschnittszuhörers" für unser Medium bezeichnend: "Mir fehlen je länger desto mehr Inhalte. Oft gibt's nur noch Wischiwaschigelaber statt wenigstens einen kurzen gescheiten Satz." Da sind vor allem die Privatradios angesprochen. Auch MacherInnen bei freien Radios sollten sich den Satz aber zu Herzen nehmen.

Überleitungen bitte nicht um jeden Preis: wir alle haben uns sicher schon einmal dabei ertappt, wie wir krampfhaft den Zusammenhang zwischen einem Song und dem darauffolgenden Beitrag herstellen wollten. Es gibt viele gute Beispiele. Aber viel mehr schlechte. Daher im Zweifelsfall lieber nicht!

Coming Ups sind oft ein probates Mittel, das eigene Programm zu verkaufen und eine Struktur in ein Sendegefäss zu bringen: "Verchauf oder Konkurs? D'Langebrugger Schilift kämpfe ums Überläbe - öbbs nur am fählende Schnee liggt...? Details in ere Viertelstund uf däm Sänder." (Bei festen Rubriken weniger einsetzen - der Wetterbericht ist nichts allzu Brisantes.)

Regel Nummer eins, nein, Nummer Null, bleibt jedoch: nicht auf die eigenen Fehler hinweisen, auch wenn's noch so ärgerlich ist. Ein kleines "Hoppla" oder ein freches "Ruhe!", wenn ein Jingle am falschen Ort kam, können ganz charmant sein - das genügt aber völlig. Nur einem Bruchteil der HörerInnen fällt es beispielsweise auf, wenn statt Jingle A halt Signet B kam - hier schweigt man am besten. Keinesfalls Entschuldigungen gebrauchen!

Softnews, sofern sie zum Sendekonzept gehören, sind manchmal im wahrsten Sinne des Wortes "weich" und brauchen nicht noch eine Pointe, die nur einem/einer selbst gefällt. Wer hingegen eine wirklich treffende weiss - her damit! Damit aber nicht dieselbe "Bild"- oder Teletext-Meldung abends nochmals gelesen wird, kleine Notiz ins Studio: "CH-TXT 629/3 gelesen um 09.30 Uhr" oder "The Sun, 29.2.96, Seite 3, Diana, bereits gelesen!" - Netterweise versehen die Teletext-Leute in Biel fast jede Seite mit dem Erscheinungsdatum.

Um mehr Drive zu erhalten, kann die Abmoderation eines Gesprächs (Name und Funktion des Interviewpartners sowie allfällige Hinweise auf Telefonnummern oder Daten) auch übers Intro der nächsten Platte gesprochen werden. Allerdings muss man genau spüren, wann bei Live-Gesprächen die letzte Antwort auch wirklich fertig ist! Lieber keine Experimente.

Grundsätzlich gilt: Stil je nach Sendung! Eigentlich ist es sinnlos, feste Regeln aufzustellen. Infosendungen ertragen gar kein unaufgeschriebenes Geplapper - was um 21.47 Uhr unter Umständen wiederum ganz amüsant sein kann. Allerdings gilt: eher gar kein Wort als Überflüssiges.

Wie schreiben? Wie sprechen?

Im Buch "Bürgerradio und Lokalfunk" hat es einen wunderbaren Abschnitt über das Schreiben fürs Mikrofon sowie einen kleinen Exkurs in die Sprechtechnik. Weshalb also neue Formulierungen suchen, wenn's dort schon gut steht. Auf den folgenden Seiten sind die entsprechenden Seiten abgedruckt.

Wort und Musik

Bei gängigen Lokalradioformaten pendelt der Musikanteil um 80 Prozent. Das heisst: solange keine Automation (Musikcomputer) unserem Job ins Handwerk pfuscht, sollten wir auf eine gepflegte, sorgfältige Musikauswahl besonderen Wert legen. Die halbe Stunde, die man dafür früher erscheint, lohnt sich. Umso mehr sollte man aber auch damit 'spielen' lernen: aus nur einem einzigen Haufen CDs kann selten eine gute Sendung werden. (A propos: benütze auch Vinyl, solange Du noch kannst und solange es nicht allzu sehr kratzt.) Der sorgfältige Umgang mit Übergängen sollte aber auch bei Gemeinschaftsradios selbstverständlich sein. Die HörerInnen sind von anderen Stationen her allzu verwöhnt. Ein sorgfältig ausgewähltes Musikprogramm besteht bei einem gängigen Privatradioformat mindestens aus 4 Türmen (das ändert je nach Station und Spezialsendung natürlich!):

  • Opener (Stundenanfang, nach Schlagzeilen - Achtung, vorhören und Intro genau abtimen!)
  • Laufprogrammtitel (ev. unterteilt in Softies/Harte Anfänge/"Solid Gold"= Bekannte Hits aus 70ern, 80ern und 90ern/LP-Titel...)
  • Besonderheiten (Oldies, Fremdsprachiges, Erwähnenswertes etc.)
  • Closer (mit Cold End - genaue Länge bestimmen!)

Auf diese Weise können die klassischen Musik-/Wort-Todsünden vermieden werden:

Softies und leise Intros nach Wortbeiträgen aller Art: wieso hört man's auch bei den "Grossen" so oft, wenn es doch so einfach zu vermeiden ist? Faulheit? - Das Programm sackt hoffnungslos ab, wenn nach einem Jingle oder Interview ein Titel à la Jacksons "Earth Song" folgt; wohl das klassische Beispiel eines ultraleisen Intros.

Jackos Hit ist allerdings ein hervorragender Bridge-Titel, wenn man von einem Softie zu härteren Tönen zurückkommen möchte - er fängt leise an und hört pathetisch-laut auf!

Introballaste wegcuen: ohne den MusikerInnen ins Konzept pfuschen zu wollen (bei Alternativradios aber unbeliebt - also sicher kein "Muss") - viel Gedudel am Anfang kann man getrost weglassen. Wozu hat denn Willy Studer seine CD-Player mit einem ultragenauen Laser und einer Locate-Taste ausgerüstet? Aktuelles Beispiel: "Killing Me Softly" der Fugees fährt viel besser ein, wenn man das leise Säuselintro weglässt und gleich "auf den Beat" cuet. Das dauert halt etwas länger, viele HörerInnen danken es uns aber, wenn der Sound nicht absackt (besonders im Auto und anderen hintergrundgeräuschschwangeren Orten ärgerlich). Keine Regel ohne Ausnahme: wenn "Killing Me Softly" (und alle anderen leisen, längeren Intros) auf einen ausklingenden Softie-Schluss (z.B. Doors, "Riders On The Storm") folgt, lässt man's natürlich wie es ist und mixt sauber ineinander.

A propos - Thema Übergänge! Wird leider oft (auf allen Sendern) sträflich vernachlässigt - wieso muss denn nach Aerosmith's "Crying" unbedingt das Intro von "Hotel California" folgen? Da ist bei der Musikabstimmung was schief gegangen. Oder ein herzloser Musikcompi war am Werk. Oder jemand hat vergessen, das Intro der Eagles wegzucuen - was wiederum Frevel wäre. Fazit: nach so einem Knaller wie "Crying" sind im Vergleich dazu "absackende" Songs entweder mit einer Tempo-Brücke (z.B. Station-ID) abzutrennen - oder man nimmt gleich ein Stück vom "Opener"-Türmchen!

Übergänge nie mit Kopfhörer machen. Dies ergibt eine künstliche Studiosituation - die daheim und im Auto hören uns aber aus Lautsprechern, oft mit etlichen Hintergrundgeräuschen. Daher Überblendungen mittels Studiomonitoren auf Heimlautstärke vornehmen! (Ein alter Tip vom Basler Radiofuchs Dani Fornaro, der leider 1992 verstorben ist uns von weit weit oben 24 Stunden täglich zuhört... machen wir ihm die Freude!)

Abrupt endende Platten (Cold End) - Roy Orbison spielt uns mit "Pretty Woman" und "You Got It" gleich zwei 'Very-Cold-End-Streiche' - wohnt das Problem inne, mit dem folgenden Titel rechtzeitig einzufahren. Das geht noch! Kreuzblenden von Fade-End-Song zur nächsten CD sind heikler: verschiedene Rhythmen sind ideal zu verschmelzen, die Gefahr besteht, zu lange mit dem Starten zu warten, umgekehrt fährt man gerne zu früh ein... "Feeling" ist angesagt. Grundregel dabei im Hinterkopf behalten: die Aussteuerungsanzeige darf nie unter -15dB sinken.

Opener - auch gleich erledigt: die erste Platte einer Stunde (im Laufprogramm) hat einzufahren! Alle andere tönt seltsam. Toto's "Africa" ist (in der längeren LP-Version) genau so wenig geeignet wie das bereits erwähnte "Killing Me Softly" (NICHT Roberta's Original...) - obschon beide später einen ziemlichen Beat entfalten.

Und wenn man sich zutraut, das Intro einer Platte zu übersprechen: Fachleute finden zwar nur selten, dass ein Intro "vollkommen" aufgehen sollte. Aber weshalb redet man denn in den Instrumentalteil am Anfang eines Titels? Aus Verlegenheit, weil das, was man sagt, nicht so gut ist, dass es "rein" rüberkommen dürfte? - Daher der Tip für PuristInnen: wenn schon ins Intro reden, dann bis vor den Gesang (natürlich nur, wenn man etwas Vernünftiges mitzuteilen hat - bitte keine Wortballaste produzieren, nur um das Intro zu füllen). Viele werden in diesem Punkt nicht zustimmen - nun gut, eine Tragödie ist es nicht, das Intro nicht "auf Null" bis direkt vor den Gesang zu übersprechen. Allerdings stellt sich dann oftmals Grönemeyers Frage: was soll das? Wer unbedingt will, soll halt. Nur etwas ist absolut tabu: sekundenlang den Gesangspart zu übersprechen und sich dabei kein schlechtes Gewissen zu machen. Klar kann es trotzdem einmal passieren, dass ein Intro trotz allem Vorhören und Abstoppen halt nicht aufgeht. Darum hier wie überall: Übung macht die Meisterin.

Viele Intros beinhalten schon Jauchzer, Jodler oder Yeahs aller Art - können also von Freaks als Gesangsparts bezeichnet werden, die man per definitionem nicht übersprechen dürfte. Gefühl walten lassen - des Bosses "Hungry Heart" könnte man wohl ruhig bis zum Haupttext übersprechen (idealerweise einfach bei Springsteens heiseren Tönen nichts sagen, aber auch nicht unbedingt wild den Regler rauf- und runterschieben); bei "That's The Way Love Goes" von Janet Jackson ist klar das Gegenteil der Fall (die ersten paar Sekunden bis zum Beat cuet man meist ohnehin weg).

Übrigens: einmal hinuntergefadete Platten sind tot und werden nicht wieder aufgeblendet. Beispiel: (Fade) "Radio XY..." (wieder auf- und abblenden) "Viertel vor vieri..." (auf- und abblenden) "do isch s'Europawätter." - Ächz! Wieder aufgeblendet wird nur im Notfall; bei vergessenen Nachrichtenmanuskripten und dergleichen.

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Wort und Jingles

Das Wichtigste gleich aus dem Munde der Fachleute (LaRoche/Buchholz 1993, Seite 44): "Zwischenmoderationen unterbrechen im Begleitprogramm die Abfolge der Musiktitel. In den USA werden sie deshalb auch breaks genannt. Sie können eine oder mehrere Botschaften enthalten: Zeitansage, Wetter, Verkehrslage, Musik-Ansage, Stationsansage (station-identification, ID) und anderes mehr. Ein "three-element-break" ist also eine 'Zwischen-Ansage' mit dreien solcher Inhalte.

Moderationen können auch durch Jingles unterstützt werden. Solche 'Aufmerksamkeitswecker' bestehen meist aus kurzen Musikpassagen mit sehr knappen Texten, gelegentlich nur aus Musik-Akzenten oder nur aus Wort. Solche vorproduzierten Jingles können mit Live-Moderationen kombiniert werden. Ein Beispiel:

Jingle Inhalt: Ankündigung des Wetterberichts

Moderation Inhalt: Wetterbericht

Jingle Inhalt: Stationskennung

Die Jingles kündigen dabei die Moderationen entweder nur an, sorgen mit einem akustischen Akzent dafür, dass sie sich vom Musikteppich abheben, oder sie transportieren eigenständig eine Botschaft. Solche Moderationen müssen 'hart gefahren' werden, das heisst: Die Anschlüsse müssen genau passen. 'Löcher' (also kleine Pausen) zwischen Jingles und Moderationen nehmen Tempo und wirken wie peinliche Pannen."

Dabei ist besonders auf die letzten drei Sätze zu achten! Ohne Vorhören entstehen die erwähnten Löcher. Pausen werden aber nicht etwa denen angelastet, welche die Signete womöglich falsch kopiert haben, sondern uns...

Die Moral der Geschicht: das Programm muss ein optimales Mass an Kontinuität aufweisen; die einzelnen Elemente haben miteinander zu verschmelzen. Zuviel des Guten ist allerdings ungesund und wirkt zu hektisch. Wie hiess schon wieder das Sprichwort vom Mittelweg?

Allzu nervöses oder viel zu lahmes Auf- und Abblenden bei Backgrounds ist natürlich ebenfalls störend.

"Ob eine Sendung Drive hat, entscheidet sich durch die Art, wie exakt und sensibel sie gefahren wird." (LaRoche/Buchholz)

Wozu das alles? Klar geht's auch ohne. Aber es wäre zu schade, dem grössten Gefühl im Bauch mit Minimalismus zu huldigen und bloss bestenfalls durchschnittliches Radio zu machen.

Am besten klappen Sendungen erfahrungsgemäss, wenn man einen festen Ablauf Wort/Musik hat und diesen schon einmal (mehrere Male?) durchgeübt hat. Die grosse Kunst ist es dann aber, die Geschichte so rüberzubringen, dass es keineswegs gestellt wirkt und eingeübt tönt - einfach Gefühl spielen lassen (Radio ist ein Gefühl...), dann kommt's schon gut. Abläufe (und möglichst auch Wortbeiträge) aufschreiben, dann kann nichts schiefgehen und Ihr sitzt nicht ratlos vor dem Mik. Perfekt muss gar nichts sein (darf aber) - es geht hauptsächlich ums Vermeiden von Pannen und Sätzen wie "jetzt hab' ich gerade keine Platte parat". Von guter Vorbereitung profitieren am Ende alle Hörerinnen und Hörer sowie Ihr selbst - indem ihr sagen könnt: "Whow, das hat gut getönt". Selbstredend, dass die Vorbereitungszeit mit zunehmender Übung von selbst abnimmt. Am Anfang sollte man aber möglichst wenig dem Zufall überlassen.

Checklisten für die Studioarbeit

Vor der Sendung

  • Alle Texte bereitmachen, durchlesen, vorbereiten
  • Musik auswählen, ev. vorhören
  • Ablauf nochmals durchgehen
  • Sprechübungen, Nervosität durch Turnen und tief einatmen vertreiben, je nach Lust und Laune rumhüpfen, schreien.... was auch immer
  • Alle Manuskripte und Bänder vorhanden?
  • Im Studio einrichten, sobald frei: Mikrofon auf richtige Höhe, Platte eincuen, Jingle vorbereiten, Manuskripte bereitlegen ans richtige Ort (je nachdem, ob man selbst fährt oder nicht: Absprache mit tech. BetreuerIn)
  • Sich sammeln, Konzentration... nur nicht nervös werden

Während der Sendung

  • Konzentration
  • am Ball bleiben, immer Platte bereit haben
  • Ordnung im Studio - so geht nichts unter
  • Studio möglichst nicht verlassen
  • Bei Pannen und Hektik ruhig bleiben - wenn nötig Hilfe holen

Nach der Sendung

  • Aufräumen im Studio, so verlassen, wie man's angetroffen hat
  • Bänder versorgen
  • Manuskripte ablegen oder sonstwie entfernen
  • Info über besondere Vorkommnisse usw. an folgendeN ModeratorIn

Wichtige Hauptregeln ON AIR

  • Regler oben = entsprechende Tonquelle auf Sendung (z.B.: nie mit offenem Regler cuen)
  • Zuerst definitiv cuen, dann erst "PFL"-Knopf wieder raus. Regler bleibt ZU!
  • Aussteuerung: Pegel nie konstant im roten Bereich / sollte alles knapp unter 0 dB sein. Musik stets etwas leiser als Wort (in der Regel -3dB)
  • Nie aufnehmen, ohne vorher getestet zu haben, ob's wirklich aufnimmt...
  • Technik: nichts verstellen, das man nicht kennt. Nachher auf jeden Fall alles in Grundzustand zurückversetzen!

Checkliste vor Bandaufnahmen

  • Vor der Aufnahme alles einpegeln: Tönen alle Leute gut (Höhen/Tiefen ev. anpassen, mit Ohr-Gefühl arbeiten)? - Lautstärke anpassen (wie weit muss Regler oben sein?)
  • Alle Tonquellen vorbereiten: Platten / CDs eincuen / ev. Aufnahmeband einspannen (richtig eingespannt?) / Cassetten eincuen / alle Leute gebrieft?

Gerät für Gerät

  • Cueing: Auf Mischpult entspr. PFL-Knopf eindrücken (wird grün) - Cuen - und alle gedrückten Cue-Knöpfe wieder rausnehmen!
  • Plattenspieler. Geschwindigkeit 33/45? - Anfang der Stückes manuell suchen (Nadel in Anlaufrille) - Plattenspieler laufen lassen - Unmittelbar nach Stückanfang stoppen - Von Hand zurückdrehen und Anfang der Stückes finden, dann dort anhalten - 1/4 Umdrehung zurück (braucht der Plattenspieler als Anlaufzeit) -fertig.
  • Mikrofone: Abstand zum Mund nicht zu gross / nicht zu klein
  • CD-Player. Stücknummer eintippen - Plaus/Pause drücken - fertig. Weitere Optionen: Eventuell Anfang/Ende vorhören (mittels spezieller Tasten) - Mit Time-Taste Art der Zeitanzeige wählen (am besten: noch verbleibende Stückzeit, dann weiss man, wie lange man noch Zeit hat, Anzeige z.B. -0.35)
  • Cassettengeräte. Anfang des Stückes/Beitrages suchen mit Play-Taste - Unmittelbar nach dem 1. Geräusch Stop drücken - Cassette rausnehmen - Cassette so vor sich halten, wie man sie rausgenommen hat und beim linken Loch mit dem Finger ca. 1/3 Umdrehung nach rechts drehen - Bändli wieder in Gerät - ready.
  • Spulentonbandgerät Revox. Band-'Teller' korrekt einrasten (arretieren, dass sie nicht mehr wegnehmbar sind) - Band-'Fladen' links drauflegen - Mit einer halben Drehung des einraste-Teils in der Mitte des Kernes Bandfladen sauber fixieren - Band korrekt einspannen - Falls nicht vorhanden: Gelbband vornedrankleben (ca. 2 Umdrehungen lang) - Geschwindigkeit 7 ½ wählen Bandanfang suchen - Zählwerk auf Null stellen (Reset) - Für Aufnahme zuerst Rec, dann gleichzeitig Play drücken (Achtung, Regler "Band" beim Mischpult zumachen, sonst Rückkoppelung) - nach Aufnahme Band zurückspulen - Bandanfang mit Spezialklebeband fixieren - Band-'Fladen' vorsichtig abheben und sofort in Kartonkiste versorgen (auf grosser Spule hat ca. eine Stunde Platz!)

Schneiden (Revox PR99)

  • Fehler auf Band suchen / Stoppen
  • Schiebeknopf links unten an den Tonköpfen nach links hinüberrasten (Band kommt auf Tonkopf und kann manuell abgehört werden)
  • Von Hand (drehen mit beiden Händen links und rechts) Anfang des zu herausschneidenden Teils suchen
  • Unmittelbar vor Beginn dieses fehlerhaften Teils (oder je nach dem wo man sonst einen Schnitt will) mit Spezialstift (Fettstift, notfalls Bleistift, nie Kugelschreiber) einen Strich machen - und zwar auf Höhe des Tonkopfes!
  • Dasselbe nochmals am Ende des zu herausschneidenden Teils
  • Band ausspannen und mit der Schere beim zweiten Strich abschneiden
  • Ersten Strich am Anfang suchen gehen, dort auch abschneiden
  • Beide geschnittenen Enden zusammenfügen (nicht überlappen, keinen Zwischenraum, sondern satt aneinander)
  • Mit Spezialklebebandstück (BASF, aus Spender) die Schnittstelle sauber kleben
  • Band wieder richtig einspannen (nicht zuviele Fingerabdrücke aufs Band machen)
  • Anhören, kontrollieren

Allgemeine Kurztips und Zusammenfassungen

Programm verkaufen: Trailers und Programmhinweise dienen der besseren Orientierung im Programm (aber nicht immer die gleichen - gut verteilen). Jede Sendung sollte in irgendeiner Form 'verkauft' werden (schriftl. Hinweis zum Lesen, Trailer, Leute kommen und berichten selbst über Sendung).

Hintergrundmusik: hilft bei langen Texten, zwischenhinein durchzuatmen... allgemein gilt natürlich: wenn gesprochen wird, Musik leise, aber hörbar - beim Verschnaufen Musik so laut wie eine normale Platte wäre (aber nicht zu lange zwischen zwei Wort-Teilen). Gefühlvoll ein- und ausblenden, kein Gehacke oder DJ-Stil; das gehört in die Disco und nicht ans Radio.

Trailer, Jingles, Teaser... oder wie auch immer: wer solche als Hinweis für die eigenen Sendungen produziert, kann sich wie ein Fisch im nährstoffreichen Radiowasser tummeln! Da stehen alle radiophonischen Möglichkeiten offen für eine tolle Toncollage. Maximale Länge (sonst geht der Jingle den Leuten auf den Keks, wenn er viel läuft) eine Minute. Mögliche Elemente: Backgroundmusik, Ausschnitte aus Musikstücken (z.B. prägnante Anfänge), Fremdzitate (Achtung Urheberrecht!), Hall, durchs Telefon reden usw.... Phantasie walten lassen, sich gut vorbereiten! - Bei LoRa in Zürich an der Wand gelesen: "Wir stellen fest, dass der Aufwand einer Sendeproduktion in keinem Verhältnis zum Werbeaufwand steht! Also, wollt Ihr, dass Eure Sendungen gehört werden bzw. dass die HörerInnen einschalten , so produziert Jingles, damit wir Eure Sendungen ankündigen können!" Sicher in diesem Jingle enthalten sein sollten: Thema der Sendung, Ausstrahlungsdatum und -zeit (am besten am Ende nochmals kurze Zusammenfassung der wichtigsten Komponenten), evtl. Hinweis auf HörerInnenbeteiligung, Aktionen usw. Im Notfall tut's auch ein Zettel mit einem vorbereiteten Text (Mundart/ Hochdeutsch), der nach Bedarf verlesen werden kann. Bei guter Vorbereitung (Text fix, Musikunterlegung und Effekte gleich selbst einplanen und mitbringen) ist aber ein Trailer recht schnell gemacht (Produktion innerhalb ca. drei Stunden).

Nach einer Vorproduktion unbedingt alle nötigen Daten zur Sendung aufschreiben und zum Band legen. Wichtig: auf dem Bandbeschrieb müssen folgende Angaben sicher stehen: Thema; Sendedatum und Sendezeit; Verantwortliche ModeratorInnen; Mit/Ohne Anfangsjingle?; Exakte Länge des Bandes; Bandgeschwindigkeit; Ende des Bandes (Wort? Musik? usw.); weitere für Ausstrahlung wichtige Bemerkungen (Einspielungen? Kommen wir nochmals Live während dem Band? usw.). Auf Bandproduktionen bitte keine Zeitansagen, Datumsangaben und dergleichen! Für Vorproduktionen Studioreservation nicht vergessen.

Persönlich sein - nicht die Masse ansprechen... wir sind Menschen und machen für Menschen Radio. Dennoch Zurückhaltung mit Begrüssungen und Verabschiedungen. Bei Mikrofonangst sich z.B. jemanden vorstellen, zu dem/der man alleine spricht im Studio.

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Wir machen für die HörerInnen Radio, nicht für uns! Dieser Grund-Grund-Grundsatz sollte vor allem beim Moderieren beachtet werden. Ist der/die SprecherIn glaubwürdig? Entsteht der Eindruck, dass er/sie etwas versteht, von dem gesprochen wird? Wirkt er/sie dozierend, sympathisch, aufdringlich, motiviert, abgestellt? Die Moderations-Farbe ist eigentlich mit Musik zu vergleichen: Lautstärke, Intensität, Tonfall, Takt, Persönlichkeit, Stimmlage. Takt und Tempo sind entscheidend für Verständlichkeit! Moderation ist keine Umgangssprache - sie soll aber auch nicht 'radio-stimmig' (z.B. 'gesungen') tönen. Sich kurz fassen, keine Schachtelsätze basteln, in der Mundart Germansimen vermeiden ('Niederschlag' = "Räge" oder "es chunnt go schneie"). Das Wichtigste ev. am Schluss wiederholen.

Geschlechtsneutrale Formulierung ist so eine Sache. Einerseits ist man versucht zu sagen, "klar nennt man heute immer beide Geschlechter". Andererseits ist das Radio empfindlicher auf komplizierte Formulierungen als ein geschriebener Text: manche mögen sich daran stossen, dass ich oft "der/die ModeratorIn" geschrieben habe, andere ärgern sich, dass ich nicht immer beide Formen gebrauche, jemand anderes findet die "Gross-I-Schreibweise" daneben und hätte lieber neutrale Formen wie "die Studierenden". Letztere Form ist beim Radio problemlos möglich. Aber jedesmal auf dem Sender "die Initiantinnen und Initianten dieser Vorlage..." zu sagen, wirkt mit der Zeit für manche Ohren zu umständlich. Letztendlich ist der/die AutorIn eines Beitrages selbst verantwortlich, welche Formen ihm/ihr angemessen erscheinen. Nur eines ist gänzlich verpönt: immer nur männliche oder nur weibliche Formen zu gebrauchen. (Buchtip dazu siehe Literaturliste am Schluss)

In der Sendung zwischendurch wieder mal erwähnen, dass hier Radio XY ist... sicherlich 1x pro Stunde

Radio-Duden

Abfahren Starten einer Tonquelle

Ablauf Plan mit Reihenfolge der Beiträge und Musiktitel

Alternativradio Gemeinschaftsradio, freies Radio, Kontrastprogramm - wo es noch keine 2.5-Minuten-Begrenzungen gibt, wo noch spontanes Radio möglich ist, wo noch die Inhalte zählen, wo man unabhängig von Werbetreibenden ist - undsoweiter.

Atmo Atmosphäre: Hintergrundkulisse bei Aussenaufnahmen. Das Salz in der Suppe bei Features! Soll aber nicht zu laut werden (Bahnhofsgeräusche OK, aber ein wichtiges Interview mit einem durchbrausenden Intercity dahinter wird ungeniessbar).

Bakom Bundesamt für Kommunikation in Biel: oberste Rundfunkbehörde im Lande, dem "Medienminister" unterstellt (derzeit Moritz Leuenberger).

Bandsalat Oje... ist immer toll, wenn ein Band 10 Minuten vor der Ausstrahlung runterfällt, dann gibt's eben Bandsalat (und viel Stress)

Cartridge oder Cart: bei grossen Radiostationen professionelle Endlos-Cassette mit allen möglichen Signeten drauf ('Jingle-Cart'), uuuu-teuer... in Längen von 10 Sek. bis 10 Min.

Cinch Steckertyp, oft verwendet. In Eurer Stereoanlage z.B. Verbindung CD-Player/Verstärker.

Cold End Platte hört mit abruptem Schluss auf

Coming Up Hinweis auf nächstens folgenden aktuellen Beitrag (z.B. eine Platte vor einem Beitrag auf diesen Hinweisen: "Problem mit de neue Tramtüre vo de VBZ - mehr dezue nachem Michael Jackson.")

Cut Schnitt

DAT Digital Audio Tape: Kleinstcassetten, bespielbar in CD-Qualität (div. Längen)

Echo Ohne Klangeffektgerät lässt sich ein leichter Hall durch Anheben des Faders des Gerätes erreichen, auf das man gerade aufzeichnet. Achtung: Digitale Geräte sind da mühsamer als Band und Cassette!

Einbeinig Ein Stereokanal wird als Monosignal verwendet. Beispiel: bei Aufnahme war Wackelkontakt da; nur linker Kanal hat was drauf. Auf Mischpult "Mono"-Taste oder "Summe" des Kanals drücken; Signal wird auf beiden Kanälen gesendet.

Eincuen Oder Cueing ('Kjuuhing'): Anfang eines Musikstückes oder eines Beitrages suchen und so einstellen, dass beim Abspielen keine Pause zwischen dem letzten Wort von sich selbst und der Platte/Band entsteht

Fade End Platte blendet am Schluss sanft aus

Fader Regler am Mischpult

Faderstart Tonquelle startet ferngesteuert beim Heben des Faders.

Fahren Im Studio die Technik betreuen (Selbstfahrstudios: ModeratorIn macht alles selbst; Sprechen, Platten Auflegen, Regler bedienen...)

Feature "Akustischer Film": gestalteter Beitrag mit verschiedenen Elementen und Atmo, kunstvoll komponiert und abgemischt. Aufwendigste Darstellungsform.

Fixbeitrag Feste Rubrik, jeden Tag zur selben Zeit

Format Art des Radiokonzeptes: Adult Contemporary, Hitradio, Oldiesradio usw. Vor allem in den USA verbreitet; wird auch in Europa die Zukunft sein. Hat sich (ausser via Satellit) aber noch nicht durchgesetzt.

Gelbband Kommt am Anfang und Schluss eines produzierten Bandes hin (Plasticband, nicht bespielbar, wie Cassetten-Vorspann). Muss nicht unbedingt gelb sein.

Hybrid Gerät, welches das Aufschalten des Telefons aufs Mischpult ermöglicht. Dabei nicht vergessen: auch bei geschlossenem Mik hört der Mensch am anderen Ende der Leitung, was wir sagen - je nach Einstellung des Mischpultes.

Image ID Eigenwerbung (Radio ABC - öppis bessers gitts nöd) auf Jingle

Intro Instrumentaler Anfang eines Musiktitels. Das Intro dauert, bis jemand zu singen beginnt. Wenn ins Intro reden, dann immer so, dass der/die SängerIn anfängt zu singen, wenn man mit Reden fertig ist. NIE Wort über Gesang (höchst tabu)! Unbekannte Intros "abtimen" (=Länge bestimmen mit Stoppuhr).

Jack Oder Klinke: verbreitete Steckerart (z.B. für Anschluss des Miks ans portable Aufnahmegerät).

Jingle a) Signet, Trailer, Hinweis etc. ab Band, oft toncollagenartig aufgebaut

b) im Radio-Volksmund auch Tonträger, auf dem das Signet drauf ist (Cassette, Cartridge)

Konserve Vorproduzierter Programmteil (auf Band, MD, DAT usw.)

Lead Ansagetext für einen Beitrag, vom/von der ModeratorIn gelesen und in der Regel von der Redaktion verfasst

MD MiniDisc: CD im Kleinformat, bespielbar mit max. 74 Minuten in Digitalqualität (oder 148 Minuten in Mono).

Mischpult Steht hier nur als Stichwort, um zu betonen, dass man alle verstellten Knöpfe nach seiner Show wieder auf Ausgangsposition zurückstellt. Und: Getränke, Food oder Asche sind der Tod jedes Pultes.

O-Ton Original-Ton (Aussagen von InterviewpartnerInnen usw.)

Off-Air Mikrofon ausgeschaltet, nicht auf Sendung

On-Air a) Live auf Sendung sein
b) Sendestudio (bei Radio DRS Basel "DJ" genannt...)

Opener Das erste Musikstück einer Sendestunde nach Ansage (sollte 'einfahren')

Peakmeter LED-Anzeige, auch "Aussteuerungsanzeige" genannt: zeigt in dB (Dezibel) an, wie laut eine Tonquelle ist. Richtwerte je nach Studio verschieden. Faustregel: lieber unter- statt übersteuern, das lässt sich noch retten.

Pfeifen Entsteht bei Rückkoppelung (Lautsprecher ist bei offenem Mik angestellt, Kopfhörer zu nah am Mik) - Faustregel: Mik zu oder Lautsprecher sofort ab, bei zu starkem Pfeifen entsteht Schaden an der Technik. Ideal: Boxen schalten sich automatisch ab, wenn Mik-Fader raufgeht.

PrimeTime Beste Sendezeiten am Tag (viel HörerInnen): 06-07, 12-13 und 17-19 Uhr

Reichweite Marktanteil eines Radios. "Harte Werte", massgebende Richtschnur für Stationsmanager. Leute, die vor allem mit der "Allgemeinen HörerInnenschaft" operieren, verbergen meistens etwas...

RTVG, RTVV Radio- und Fernsehgesetz bzw. -Verordnung: Richtlinien für elektronische Medien in der Schweiz. Legt z.B. fest, wieviel Werbung pro Tag gemacht werde darf und was Sponsoring ist.

Softnews Kurzmeldung ohne grosse Brisanz, dafür meist belustigende Klatsch- und Tratschmeldung aus den vielen Königshäusern rund um die Welt. Oder: Weltrekorde, Ungewöhnliches, nie Dagewesenes...

Sponsoring Besondere Form, ein Produkt oder einen Hersteller gegen Bezahlung zu nennen. Im Gegensatz zur Werbung dürfen keine Botschaften übermittelt werden, nur Namen: "Diese Sendung wird präsentiert von XY." (Details siehe RTVV)

Station ID Stationsidentifikation: damit allen ZuhörerInnen (vor allem den nicht-regelmässigen) ein Sender im Kopf haften bleibt, gibt's solche Jingles, die Wiedererkennungswert haben und nebst dem Sendernamen auch oft die Frequenz(en) beinhalten. Können auch zur vollen Stunde als Sendungsanfang benützt werden (=Show Opener).

Take Einzelne Abschnitte eines Beitrages, auf band z.B. durch Gelbband abgetrennt.

Teaser Soll auf eine Sendung gluschtig machen ('teasen'), siehe Trailer.

Teller Auf denen liegen die Bänder, wenn sie in die Bandmaschine eingespannt sind.

Trailer Toncollagenartig aufgebauter Hinweis für eine Sendung

XLR Steckerart in Profitonstudios (3-polig, symmetrisch). Bessere Übertragung als bei asymmetrischen Steckern (Cinch, Jack).

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Weiterbildung

Kurse am MAZ (Medienausbildungszentrum Luzern) sind teuer und bedingen in den meisten Fällen mindestens eine Anstellung bei einem Medium auf Teilzeitbasis. Daher bleibt uns nur:

  • Andere Sender hören (es gibt nicht nur SWF3 - das Original! - auch wenn die's am besten machen und viele hierzulande leider schlecht kopieren)
  • Überlegen, wie man Ansage X oder Beitrag Y selbst machen würde
  • Alte Radiofüchse fragen
  • Aircheck für sich daheim mitlaufen lassen (gib's zu, Du hörst Dich gerne, alles andere wäre abnormal bei dem Job)
  • Im Vorproduktionsstudio üben - besonders neue Rubriken oder komplizierte Takes.
  • Daheim üben

Zudem wimmelt es in jeder Bibliothek an Fachliteratur zu unserer Tätigkeit. Die Zeiten, als es hiess, ein Radiomensch ohne LaRoche/Buchholz im Gestell ist wie ein Pfarrer ohne Bibel, sind vorbei - unterdessen gibt es viel mehr einschlägige Literatur. Alle Werke der folgenden Auswahl sind in jeder Buchhandlung bestellbar oder in vielen Bibliotheken vorhanden:

Praktische Ratgeber und Standardwerke

  • Arnold, Bernd Peter: ABC des Hörfunks, München 1991. (Sehr reichhaltig und modern! Nach LaRoche/Buchholz das zweite Standardwerk.)
  • LaRoche, Walther / Buchholz, Axel (Hg.): Radiojournalismus. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis im Hörfunk. 6., aktualisierte Auflage, München/Leipzig 1993. (Die Bibel: das vierzigfränkige Eintrittsticket in den Beruf am Mischpult oder Ticker ist unser Standardwerk. Der gelbe Buchrücken im Gestell weist Radioleute aus! - In dieser Reihe "List Journalistische Praxis" sind übrigens weitere nützliche Bücher erschienen. Gehört in jede Redaktion!)
  • Wachtel, Stefan: Sprechen und Moderieren in Hörfunk und Fernsehen, München 1994. (Fürs Hören und Sprechen Schreiben, Sprechtechnik, Rhetorik usw.)
  • Mast, Claudia (Hg.): ABC des Journalismus. Ein Leitfaden für die Redaktionsarbeit, Konstanz 1994. (Mediensystemtheorie, Rechte und Pflichten, Medien und Ökonomie, Recherchieren, Bearbeiten, Ressorts, Präsentation. Kritisches Kompendium, das auch auf Sachzwänge und die berühmte "Schere im Kopf" eingeht.)
  • Sturm, Robert und Zirbik, Jürgen: Die Radiostation. Ein Leitfaden für den privaten Hörfunk, Konstanz 1996. (Kommerzradiozentriertes und wirtschaftslastiges Werk für jene, die mit Radio viel Geld scheffeln möchten; Management, Marketing, Moneten. Allerdings auch ein Kapitel "Programm" - auf das Radio der Zukunft ausgerichtet.)
  • LaRoche, Walther: Einführung in den praktischen Journalismus, mit genauer Beschreibung der Ausbildungswege, München 1988. (Ein weiterer LaRoche! Klar gegliedertes und nicht ausufernder Kurzlehrgang für angehende Journis aller Medien - das Wichtigste in Kürze, von den Nachrichtenquellen bis zum Kommentar!)
  • Wilby, Pete und Conroy, Andy: The Radio Handbook, London/New York 1994. (Kleine Ode ans Radio auf Englisch - Broadcasting from A to Z)
  • Haller, Michael: Recherchieren. Ein Handbuch für Journalisten, München 1991. (Der Titel sagt alles: Methoden, Hilfsmittel und rechtliche Grenzen auf der Suche nach dem Stoff, aus dem die breaking news sind - und nicht nur...)
  • Haas, Michael u.a.: Radio-Management. Ein Handbuch für Radiojournalisten, München 1991. (Wohl eher ein Handbuch für Stationsmanager - trotzdem: nebst LaRoches "Radiojournalismus" das zweite Standardwerk, beginnt buchstäblich bei Adam und Eva und macht alle Stichworte rund ums Radio mehr als Transparent - in Theorie und Praxis! Das Autorenkollektiv hat auch die Zukunft nicht verschlafen.)
  • Clobes, Heinz Günter u.a.: Bürgerradio und Lokalfunk. Ein Handbuch, München 1992. (Tolles Buch! Meist sehr praxisorientiert und nicht auf Kommerzfunk zentriert - mit Tips und Kniffs. Standardwerk Nummer drei. Anschaffen!)

Theorie und Umfeld der Massenmedien sowie Lokalradios

  • SJU (Hg.): Absage und Warnung. Über werbefinanzierte Lokalradios, Basel 1983. (Politisch zum zweiten: wer sich 1982 auch noch um die Lizenz zum Senden beworben hätte - und leer ausgegangen ist... und wieso!)
  • Bowenter, Hermann (Hg.): Medien und Moral. Ungeschriebene Regeln des Journalismus, Konstanz 1988. (Wieso nicht auch mal ein Werk, das eher für RedaktorInnen gedacht wäre?)
  • Frauengruppe der SJU (Hg.): Die Sprache ist kein Mann, Madame. Anregungen für einen nicht-sexistischen Sprachgebrauch. o.O./o.J. (Keine geschlechtsneutralen Formen zu gebrauchen, heisst, 52% der Bevölkerung bewusst zu ignorieren! Regeln aufstellen ist schwierig - dieses Buch ist ein provokativer Diskussionsbeitrag dazu.)
  • Frischknecht, Jürg / Büren, Walo von (Hg.): Kommerz auf Megahertz? Dossier Radioszene Schweiz, Basel 1980. (Geburt der konzessionierten Lokalradios aus linker Warte betrachtet - kritische Töne zur damaligen Medienpolitik. Achtung, politisch!)
  • Schawinski, Roger: Radio 24. Das erste freie Radio der Schweiz, Zürich 1982. (Radiokoller? - Diese krimimässige Story vom Chef-Piraten bringt jedeN zurück ans Mikrofon. Auf dem Pizzo Groppera liegen unser aller Wurzeln. Könnte allerdings vergriffen sein!)
  • Riklin, Alois: Schweizerisches Presserecht, Bern 1996. (Zusammenstellung aller presserelevanten Gesetzestexte mit Kommentar. Teuer, aber nützlich bei Recherchen und Beiträgen, die juristisch heikel werden könnten.)

Absage.

Diese Bücher können natürlich wie dieses Mini-Sendehandbuch nur 'Werkzeuge' sein - mit diesen arbeiten tun wir aber selbst, oft ganz alleine, und wir sind grundsätzlich frei... viele von uns haben keine grosse Mikrofonerfahrung - das wird hörbar sein, solange Menschen am Mik sitzen - aber irgendwer sollte uns ja am Ende noch zuhören! Der beste Tip insbesondere für Neulinge lautet somit auf jeden Fall üben-üben-üben... Freude am Radiomachen bekommen, Sicherheit vor dem Mikrofon gewinnen, Ängste vor der Technik ablegen, am besten gemeinsam... 'off-Air' Spass haben im Studio - Spass, der dann 'on-Air' umso mehr rüberkommen kann! Dies ist ganz sicher unsere Stärke: unseren Enthusiasmus, unsere Freude über den Äther zu den ZuhörerInnen tragen, anderes Radio machen.

Besonders wichtig ist nebst dem Üben die Vorbereitung. Es verwundert deshalb nicht, dass diese oft doppelt so lang dauert wie die eigentliche Sendung. Grenzen sind hier eigentlich nur durch den persönlichen Standard bzw. Perfektionismus gesetzt. Orientierung an Vorbildern (aber an den richtigen!) ist auch möglich. Oft hat es genug Leute im Studio, die man fragen kann, wenn etwas nicht klar ist. Das eigene Gefühl für die Sache ist aber nach einigen Monaten Erfahrung immer der beste Gradmesser.


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